
Amarone della Valpolicella Riserva
Wie ein regulärer Amarone, aber mit einem Twist: Der Wein muss mindestens 4 Jahre im Fass gereift sein – in der Praxis oft deutlich länger. Im Allgemeinen ergeben länger gereifte Weine ein runderes, tieferes Profil mit weniger ausgeprägter Säure und dichterer Fruchtigkeit. Ganz so einfach ist es jedoch nicht – es gibt weitere Faktoren, die den Wein neben der reinen Reifedauer beeinflussen.
Zum Beispiel hat das Material der Fässer großen Einfluss auf die Aromen: Die drei verschiedenen Eichenarten – französische, seltene amerikanische und die traditionelle slawonische – bringen unterschiedliche Nuancen und Feinheiten hervor (Butter bei französischer, Vanille bei amerikanischer und weniger Eingriff bei der slawonischen – alle drei verleihen eine charakteristische Würze).
Auch die Größe der Fässer spielt eine Rolle: Die kleineren Barriques (meist 225–228 Liter) verleihen intensivere „eichenholzige“ Aromen, während die größeren, traditionellen Botti (mindestens 1000 Liter, manchmal sogar bis zu 10.000) den Wein weniger stark beeinflussen. Deshalb bevorzugen viele Puristen die größeren Fässer, da sie der natürlichen Frucht mehr Raum geben. Schließlich kann der Einfluss des Holzes durch das Toasten der Fässer vor dem Gebrauch noch verstärkt werden – je stärker getoastet, desto kräftiger und würziger die Eichenaromen.
Alkohol: mindestens 14 % (meist über 15 %)
Farbe: meist rötlich-braun, mit Tendenz zur Transparenz.
Aroma: Zimt, Nelken, weißer Pfeffer, Vanille, dunkle Fruchtkonfitüre.
Geschmack: weich, mittlere Säure, vollmundige Viskosität; kräftige Gewürze und Früchte, mit zunehmendem Alter mehr Tabak und Kakaopulver.
Speisenempfehlung: gereifter Gorgonzola oder harter, kräftiger Käse – aber eigentlich ist dies ein Wein zum Schlürfen, zum Trinken und Nachdenken – ein Achtsamkeitswein.